Lesung und literarisches Gespräch mit der chilenischen Autorin María José Ferrada

Am Donnerstag, dem 07.10.2021 fand im Rahmen des Spanisch-Unterrichts in der Oberstufe (Q1 und Q3) im 3. Block eine Lesung mit der chilenischen Autorin María José Ferrada im Mehrzweckraum unserer Schule statt. Die Autorin präsentierte ihr illustriertes Buch "Mexique, el nombre del barco" und beantwortete im darauffolgenden literarischen Gespräch die Fragen der Schülerinnen und Schüler. Der Leistungskurs (Q1/Q3) und die Grundkurse aus Q1 und der Q3 nahmen gemeinsam an der Veranstaltung teil und nutzten die Möglichkeit, spanischsprachige Literatur aus einer neuen Perspektive zu betrachten.

María José Ferrada, geboren 1977 in Temuco, Chile, veröffentlichte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher und wurde bereits mit mehreren literarischen Preisen ausgezeichnet. In diesem Jahr war sie zum internationalen Literaturfestival in Berlin zur Vorstellung ihres Jugendromans „Kramp“ eingeladen.

Die Handlung ihres Buches „Mexique, el nombre del barco" versetzt die Leserinnen und Leser in die Zeiten des spanischen Bürgerkrieges und stellt die Geschichte von 456 Kindern dar, die von ihren Eltern, die auf der republikanischen Seite im Krieg kämpfen, auf eine unbegleitete Reise nach Mexiko geschickt werden. Während die Kinder in Mexiko in Sicherheit sind, verändern sich die Zustände in ihrer Heimat drastisch. Die Niederlage der Republikaner im Bürgerkrieg führt zu der Etablierung der Franco-Diktatur und somit zu starken Veränderungen der politischen und gesellschaftlichen Strukturen. Zeitgleich kann in Europa und in der Welt insgesamt eine zunehmende Radikalisierung der Politik betrachtet werden, woraufhin es zum Ausbruch des 2. Weltkrieges kommt.

Diese allgegenwärtig bekannten historischen Umstände werden im Buch von einer neuen Seite beleuchtet, da die Autorin den Fokus auf das Schicksal und die Emotionen der betroffenen Kinder setzt. Interessant ist hierbei auch die künstlerische Gestaltung des Buches. Die Illustrationen von Ana Penyas sind in einer besonderen Technik angefertigt, die zeichnerische Elemente mit schwarzweißen Fotografien aus der Zeit der Handlung kombiniert. So wird verdeutlicht, dass die Geschichte auf realen Begebenheiten basiert und historische Inhalte thematisiert. Mit ihrem Werk spricht die Autorin vor allem eine jüngere Zielgruppe an und unterstützt Kinder und Jugendliche dabei, die gesellschaftlichen Entwicklungen zu reflektieren. Ihrer Meinung nach sollte Kinder- und Jugendliteratur nicht ausschließlich die positiven Aspekte des Lebens beleuchten, sondern auch Probleme ansprechen.

Neben der Präsentation des Buches sprach María José Ferrada auch über ihre Arbeit als Schriftstellerin und die Entstehung ihrer Werke sowie ihre Inspiration. Aus dem Gespräch mit der Autorin konnten wir viele neue Eindrücke gewinnen und mehr über die spanischsprachige Literatur sowie die Arbeit einer Schriftstellerin erfahren.

Die Lesung und das literarische Gespräch wurden durch die Schule und den Förderverein des Herder-Gymnasiums finanziert. Vielen Dank!

Autor*innen: Jovana Askan, Alexandra Evgienko, Frida Kümmerle, Niklas Hoffrichter (LK Spanisch Q3), Lukas Raithelhuber (LK Spanisch Q1)

Ferrada, María José: Mexique, el nombre del barco. Editorial Libro del Zorro Rojo, Barcelona 2017.

Booktrailer des Bilderbuchs Mexique, el nombre del barco: https://www.youtube.com/watch?v=pQd4dF3rdAM

 

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